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Eindrücke, Dichtungen, Aphorismen und krause Gedanken...kurz: alles, was Euch so eingefallen ist auf bzw. zu unserer Fahrt! Wir können pdf's mit Texten, zusätzliche Bilder, Diashows, Tondokumente, Videoausschnitte etc, hier für alle zum Herunterladen einbauen:
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Abschiedsgedicht für Rainer (pdf-Dokument, 120 KB). |
Elkes Bericht (pdf-Dokument, 656 KB) |
Erinnerung an eine holperige Busfahrt (MP4-Film, 1,4 MB) |
Bericht der zweiten Gruppe (spätere Exkursion, pdf-Dokument 268 KB) |
kleine Schildkröten (MP4-Film, 412 KB) |
Info: Meeresschildkröten (pdf-Datei, 224 KB) |
Rainers Projekt (pdf-Datei, 300 KB) |
Exkursionsführer von Eugen Moll (für beide Exkursionen, pdf-Dokument 2,3 MB) |
Und so fing es für mich wirklich an:
1.9.07: Flughafen Frankfurt, 4 Uhr morgens. Nicht möglich einzuchecken? Ziemliches Chaos. Mein Gepäck ist schwer. Mit dem Koffer werde ich noch Schwierigkeiten haben. Also nächstes Mal doch den neuen, leichten, knall-orangenen. Die Schalter sind alle noch geschlossen, wir werden in verschiedene Richtungen geschickt. Auskunft: Lufthansa-Leute kommen alle erst um 5 Uhr - da ist sowieso keiner. Nach einem Riesenbogen um etliche Absperrungen, deren Sinn mir unverständlich bleibt, erreichen wir doch einen Schalter und das scheint auch der richtige zu sein, denn hier stehen wir schon am Ende einer sehr langen Warteschlange.
Die Frau;
sie steht eine Schlangenbiegung von uns entfernt in der Parallelen. Sie ist von schäbiger Eleganz, steht da, unendlich geduldig, und schiebt nacheinander immer drei Wagen hochbepackt mit unförmig verklebten schwarzen und grauen Plastiksäcken vor sich her. Immer ein Schrittchen weiter. Erst den vorderen, dann den mittleren, dann den letzten und schließlich noch eine abgenutzte hellbraune Einkaufstasche mit kaputtem Reißverschluss - offensichtlich ihr Handgepäck. Sie trägt einen langen, taillierten Kamelhaarmantel mit braunem Webpelzkrägelchen, der offensichtlich schon bessere Tage gesehen hat. Sie ist klein, sehr schmal und müht sich mit den riesigen Wagen ab - aber wohin nur? Aus den nur unvollkommen mit Paketklebeband verklebten Tüten schauen halboffene Kartons hervor. Nichts ist richtig verpackt - kann man heute noch so etwas auf einen Flug mitnehmen?
Das Erwartete passiert dann auch: Kurz vor dem Röntgengerät wird die Frau abgefangen und muss ihre Wagen zur Seite schieben. Sie spricht französisch. Ein Bediensteter in Uniform greift in einen der Kartons und zieht eine deutlich mit dem Gefahrgutkennzeichen "reizend" (ein fettes X) ausgezeichnete Plastikfasche heraus. Die Frau protestiert, aber es nützt nichts, sie darf nicht zurück in die Warteschlange. Zunächst erhält sie die Auskunft "zum Sperrgut-Schalter". Jetzt sind wir endlich an der Reihe.
Wir, das bedeutet: bis hierhin begleitet mich mein Mann noch. Gleich muss ich alleine weiter. Na ja, selbstgewähltes Schicksal... Hoffentlich sind die anderen Teilnehmer alle nett. Außer Herrn Herzfeld kenne ich niemanden. Nein, das kann nicht wahr sein! Ich muss meinen mühselig gepackten und verschlossenen Koffer öffnen. Ein etwas dicklicher Möchtegern-Macho mit teigigem Gesicht grinst mich wichtigtuerisch an. "Ist das eine Kamera da in ihrem Koffer?" Meine mürrische Antwort: "Sehen Sie doch, oder?" "Machen Sie den Koffer bitte auf." Ich: "Warum, darf man seit Neustem keine Kameras mehr transportieren?" Da ich nicht ohne Weiteres dazu bereit bin und mich das Ohrfeigengesicht ärgert, kommt ein zweiter Beamter dazu. Der ist kompetent und nett und liefert die Begründung: "Wir haben da einen Zufallsgenerator, der wählt in regelmäßigen Abständen Gepäckstücke aus, die wir kontrollieren müssen. Jetzt hat es Sie leider getroffen." Ich gebe mich geschlagen und öffne den Koffer, der dazu auf eine Ablage gehoben wird. Es wird nur die Kamera entnommen, ich muss sie aus ihrer Hülle nehmen, sie wird mit Teststreifen abgerieben (!) - damit kann man angeblich feststellen, ob sie innen mit Sprengstoff präpariert ist. Auf die Frage, wie das möglich sein soll, kann mir niemand eine Erklärung liefern. Nur soviel: "Sie müssen jetzt leider warten, wir haben nur einen Mann, der das am PC auswerten kann; wir bringen den Streifen jetzt in das Büro. Kann ein bisschen dauern."
Ich koche. Mein Mann versucht mich zu beruhigen mit dem Satz: "Na sei doch froh, dass gut kontrolliert wird." Das macht mich noch wütender. "Gut kontrolliert? Typisch deutsch, würde ich sagen. Ein Zufallsgenerator - statt sich die Leute mal anzuschauen. Ich kenne 'zig gute Psychologen, die nach dem Studium keinen Arbeitsplatz bekommen haben. Ich wette, diese seltsame kleine Person von vorhin kommt mit ihrem kompletten Giftmüll über den Umweg Sperrgutschalter ungeschoren davon, weil es dort keinen Zufallsgenerator gibt und keine Vorschrift für sowas."
Endlich werde ich eingecheckt. Es ist schon fast 6 Uhr! Horst bringt mich noch zum Abflugbereich, da muss ich mich leider von ihm verabschieden. Mein Adrenalinspiegel ist wieder auf "normal" gesunken, d.h. für meine "ich muss gleich fliegen"- Situation normal. Aber ich bin ja noch nicht in der Halle, es fehlt noch der Personen-Check und das Handgepäck. Mein Mann sagt zum Abschied: "Wenn Du jetzt wieder das Messer in der Tasche hast, kann ich Dir leider nicht helfen. Ich bin jetzt weg." Das ist eine Anspielung auf den letzten Urlaubsflug, als mein verlorenes Taschenmesser im Rucksack gefunden wurde. Ich umarme ihn und sage "Blödmann" zum Abschied.
© Susanne Bickel, Fortsetzung folgt ;-)
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