AWMF online |
| Arbeitsgemeinschaft der
Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften |
| AWMF-Leitlinien-Register | Nr. 025/021 | Entwicklungsstufe: | 1 |
|---|
Tabelle 1: Altersentsprechende Normwerte
Eine leichte hypochrome microzytäre Anämie wird häufig bei Infektionen gefunden. Ursache dafür ist kein echter Eisenmangel im Sinne fehlender Eisenspeicher, sondern ein Pseudoeisenmangel mit fehlendem Eiseneinbau während eines länger dauernden Infektes. Eine ähnliche Situation kann auch bei Tumoranämie bestehen.
Differentialdiagnostisch ist die Eisenmangelanämie, vor allem bei entsprechendem ethnischen Hintergrund, abzugrenzen von dem heterozygoten Status für beta-Thalassämie und alpha-Thalassämie (Hämoglobin-Elektrophorese, Molekulargenetik).
Neben der Labor-Diagnose des Eisenmangels ist eine Ursachenklärung erforderlich. Im Mittelpunkt steht eine sorgfältige Anamnese vor allem bezüglich nutritivem Eisenmangel (vegetarische Ernährung, erhöhter Bedarf in der Adoleszenz) und Blutverlusten. Okkulte Blutverluste oder chronische Eisenresorptionsstörungen, z.B. bei der Zöliakie und anderen Malabsorptionssyndromen, müssen ggf. durch weitere Untersuchungen geklärt werden. Nach verstärkten Menstruationsblutungen, eventuell im Zusammenhang mit von Willebrand-Faktor-Mangel, muss gezielt gefahndet werden. Ebenfalls aus der Anamnese zu klären ist die Eisenmangelanämie bei der häufig betroffenen Gruppe der Früh- und Mangelgeborenen, die ursprünglich nur über kleine Eisenspeicher verfügen und während ihrer besonders schnellen Wachstumsphasen mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Eisenmangel entwickeln.
Die Leitlinie wurde von den Leitlinienkoordinatoren den Mitgliedern der Expertengruppe vorgelegt, Änderungen und Ergänzungen wurden nach Rücksprache mit dem Leitlinienkoordinator eingearbeitet.
Mitglieder der Expertengruppe
U. Creutzig (Münster), R. Dickerhoff (Bonn), S. Eber (München), G. Janka-Schaub (Hamburg), G. Janßen (Düsseldorf), E. Kohne (Ulm), A. Kulozik (Berlin), M. Lakomek (Göttingen), C. Niemeyer (Freiburg), A. Pekrun (Bremen), D. Reinhardt (Hannover), W. Stäblein (Berlin)* ,K. Stahnke (Ulm), K. Welte (Hannover)
*niedergelassener Kinderarzt
Beratende wissenschaftliche medizinische Fachgesellschaften
Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Autoren
A. Pekrun, D. Reinhardt, E. Kohne und K. Stahnke
Leitlinienkoordination
Prof. Dr. Ursula Creutzig
Klinik und Poliklinik für Kinderheilkunde - Hämatologie/Onkologie -
Albert-Schweitzer-Straße 33
D- 48129 Münster
