AWMF online |
|
| Arbeitsgemeinschaft der
Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften |
| AWMF-Leitlinien-Register | Nr. 025/016 | Entwicklungsstufe: | 1 |
|---|
Bei folgenden Befunden bzw. klinischen Manifestationen bei Kindern aus den Risikoländern (Zentral-Afrika, Süd-Osten der Türkei, Sizilien, Griechenland, Libanon, Mittlerer Osten) muss eine Hb-Analyse zum Ausschluss oder Beweis einer Sichelzellkrankheit veranlasst werden:
4.2.2 Etilefrin
4.2.3 Antibiotika
Eine Hydroxycarbamid-Therapie bei Sichelzellpatienten darf nur durchgeführt werden bei strenger Indikation, nach Aufklärung des Patienten über Risiken und mögliche unerwünschte Nebenwirkungen, unter Antikonzeption bei Frauen, regelmäßigen Blutbildkontrollen (anfangs alle 2 Wochen, dann monatlich) zur frühzeitigen Entdeckung einer Myelosuppression bzw. Lymphopenie und sorgfältiger Dokumentation der Nebenwirkungen. Bei postpubertären männlichen Patienten sollte vor Beginn einer HC-Therapie Sperma kryoasserviert werden.
4.4.2. Argon-Laser-Scatter-Photokoagulation
Cholezystektomie (laparoskopisch vorteilhaft) bei symptomatischer Cholelithiasis
Dekompression des Hüftkopfes, durch Schenkelhals-Bohrung, mit oder ohne gleichzeitige Injektion von Stammzellen, bei aseptischer Hüftkopfnekrose (Bohrung nur bei Fikat Std. I-II möglich). Jenseits Std. I-II evtl. Osteotomie
Endoprothese bei fortgeschrittenem Stadium der Nekrose
Eltern von Säuglingen und Kleinkindern mit Sichelzellkrankheit muß beigebracht werden, bei jedem Wickeln die Milz zu palpieren, um frühzeitig eine Milzsequestration zu erkennen. Tasten die Eltern eine Resistenz unter dem linken Rippenbogen, müssen sie sofort das Kind einem Arzt vorstellen.
Allgemeine Verhaltensregeln: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Vermeiden von Unterkühlung (kaltes Wasser beim Schwimmen), Alkohol (Dehydrierung) und Rauchen zur Prävention von Schmerzkrisen.
Gerichtetes Neugeborenen-Screening (Kinder von Eltern aus Risikoländern für Sichelzellkrankheit) in Ermangelung eines universellen Screenings um rechtzeitig Pneumokokken-Impfung und Penizillin-Prophylaxe beginnen zu können
Frühzeitige Erkennung Aseptischer Hüftkopfnekrosen,um die Schenkelhals-Bohrung (mit oder ohne lokale Injektion von Stammzellen) zu ermöglichen und eine Endoprothese bei noch jungen Patienten zu vermeiden.
Mitglieder der Expertengruppe:
R. Dickerhoff, St. Augustin); U. Kordes, Hamburg; G. Janßen, Düsseldorf; E. Kohne, Ulm; A. Kulozik, Heidelberg; S. Lobitz, Berlin
Federführender Autor
R. Dickerhoff
Die Leitlinie wurde von den Leitlinienkoordinatoren den Mitgliedern der Expertengruppe vorgelegt, Änderungen und Ergänzungen wurden im August 2009 nach Rücksprache mit dem Leitlinienkoordinator eingearbeitet.
Leitlinienkoordination:
Prof. Dr. Ursula Creutzig
Klinik und Poliklinik für Kinderheilkunde - Hämatologie/Onkologie -
Albert-Schweitzer-Straße 33
D- 48129 Münster
Prof. Dr. T. Lehrnbecher
Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Klinik III
Theodor-Stern-Kai 7
D-60590 Frankfurt
