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Leitlinien zur Diagnostik und Therapie in der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie


 AWMF-Leitlinien-Register  Nr. 025/016   Entwicklungsstufe:  1 

Sichelzellkrankheit

  1. Definition und Basisinformation
  2. Unter dem Begriff der Sichelzellkrankheit werden alle Erkrankungen zusammengefasst, deren Manifestationen durch das pathologische HbS bedingt sind. Dazu zählen die homozygote Sichelzellkrankheit (HbSS), die compound heterozygoten Formen Sichelzell-β-Thalassämie (HbSß+Thal, HbSß0Thal) und die HbSC-, HbSD-, HbSOArab-, HbSLepore-Erkrankung. Bei allen Formen ist der HbS-Spiegel am Ende des 1. Lebensjahres gleich oder höher als 50%.
    Es handelt sich um Hämoglobinopathien mit erblichen Strukturdefekten der β-Globin-Ketten, die zu rezidivierenden Gefäßverschlusskrisen und akuter und chronischer Organinsuffizienz, funktioneller Asplenie mit erhöhter Infektrate und chronisch hämolytischer Anämie führen.
    Die am schwersten verlaufenden Formen sind die homozygote Erkrankung HbSS (früher auch als "Sichelzellanämie" bezeichnet) und die Sichelzellkrankheit HbSß°-Thalassämie. Heterozygote HbS-Träger (HbS immer < 50%) haben durch die Trägerschaft keine Anämie, keine Vasookklusionen, keine erhöhte Infektneigung. Bei ca. 4% der HbS-Träger kommt es zu Makrohämaturie durch Papillen-Nekrose. Es gibt keine "Heterozygote Sichelzellkrankheit". Der wichtigste genetisch bedingte prognostische Faktor ist der HbF-Spiegel. Patienten mit einem HbF < 10% haben ein höheres Risiko, einen ZNS-Infarkt zu haben, ein HbF > 20% schützt vor häufigen Schmerzkrisen.
    In Deutschland leben zur Zeit (2009) mindestens 1.000 - 1.500 Kinder und Erwachsene mit Sichelzellkrankheiten. Vorrangig sind Migranten aus Zentral - und West-Afrika, den Ländern des östlichen Mittelmeerraumes (Türkei, Libanon, Palästina, Syrien, Süd-Italien, Griechenland, Nord-Afrika), dem Mittleren Osten (Iran, Irak), Asien (Indien, Afghanistan) betroffen. In Europa und USA erreichen heute 85-90% aller Kinder mit Sichelzellkrankheiten das Erwachsenenalter.

  3. Leitsymptome
  4. In den meisten Fällen wird in Deutschland die Diagnose Sichelzellkrankheit in der Kindheit gestellt. Neben der in jedem Lebensalter vorkommenden chronischen hämolytischen Anämie, den rezidivierenden Schmerzkrisen (im Kleinkindalter als Hand-Fuß-Syndrom) und dem akuten Thorax-Syndrom (ATS) ist bei Kindern das klinische Bild der Sichelzellkrankheit gekennzeichnet durch akute Ereignisse wie Milzsequestration (bei HbSS und HbβoThal nur bis zum 6. Lebensjahr), Pneumokokken-Sepsis / Meningitis, aplastische Krise bei Parvovirus B19-Infektion, ZNS-Infarkte, paralytischer Ileus durch Mesenterial-Infarkte.
    Priapismus kann vom Schulalter an auftreten.
    Die Milzfunktion geht bei HbSS bzw. HbSßoThal-Patienten schon im 1. Lebensjahr verloren, kann aber unter Hydroxycarbamid-Therapie oder chronischen Transfusionen erhalten bleiben.

  5. Diagnostik
  6. Die Diagnose einer Sichelzellerkrankung sollte durch das Neonatal-Screening erfolgen, denn nur dann ist es möglich, rechtzeitig mit der Penizillinprophylaxe und der Pneumokokken-Impfung zu beginnen und Eltern in der Milzpalpation zu schulen. Das Sichelzell-Neonatalscreening wird in England, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und den USA, nicht aber in Deutschland, durchgeführt. Es ist dringend notwendig, dieses Screening und die Vorraussetzungen für die Diagnostik in Deutschland zu etablieren und eine Infrastruktur zu schaffen, die es ermöglicht, die notwendigen Informationen über die Erkrankung weiterzugeben an Eltern, Pädiater, medizinisches Personal.

    Bei folgenden Befunden bzw. klinischen Manifestationen bei Kindern aus den Risikoländern (Zentral-Afrika, Süd-Osten der Türkei, Sizilien, Griechenland, Libanon, Mittlerer Osten) muss eine Hb-Analyse zum Ausschluss oder Beweis einer Sichelzellkrankheit veranlasst werden:

    3.1 Primär-bzw. Nachweisdiagnostik:

    3.2 Transcranielle Doppler-Sonographie (TCDS)

  7. Therapie
  8. Zur Festlegung des therapeutischen Vorgehens sollte der Patient in einem pädiatrisch-hämatologischen Zentrum vorgestellt werden. Die Therapie der Sichelzellkrankheit ist einem ständigen Wandel unterworfen. Die Betreuung von Sichelzellpatienten macht es erforderlich, sich an der neueren Literatur und den Ergebnissen von Studien großer Zentren (England, Frankreich, USA) zu orientieren. Aktuelle Therapie-Empfehlungen können abgefragt werden unter www.haemoglobin.uni-bonn.de oder www.SCInfo.org/nihnewcontents.htm (externe Links).

    4.1 Kausale Behandlung:

    4.2 Symptomatische Behandlung:

    4.3 Weitere medikamentöse Therapiemaßnahmen:

    4.4 Interventionelle Therapiemaßnahmen:

    4.5 Chirurgische Therapiemaßnahmen:

  9. Habilitation und Rehabilitation
  10. Die sozial-pädiatrischen Probleme in der Langzeitbetreuung chronisch kranker Patienten müssen angemessen berücksichtigt werden.
    Patienten können auf die seit 2008 bestehende Selbsthilfegruppe "Interessengemeinschaft Sichelzellkrankheit und Thalassämie e.V." hingewiesen werden www.IST-ev.org (externer Link)

  11. Prophylaxe
  12. 6.1 Primäre Prophylaxe:

    6.2 Sekundäre Prophylaxe:

    6.3 Vorgehen bei chirurgischen Eingriffen


Literatur:

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  4. Dick, M.C. : Standards for the management of sickle cell disease in children. Arch Dis Child Educ Pract Ed 93 (2008) 169-176
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  8. Hernigou, P. Beaujean, F.: Treatment of osteonecrosis with autologous bone marrow grafting. Clin Orthop Rel Res 405 (2002) 14-23
  9. Kohne E: Diagnostik von Hämoglobinopathien. J. Lab. Med. 28 (2004) 400-409
  10. Krishnamurti, L.: Hematopoietic cell transplantation for sickle cell disease: state of the art. Expert Opin Biol Ther 7 (2007) 161-172
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  13. Streetly, A. u. Mitarb.: Implementation of the newborn scxreening programme for sickle cell disease in England: results for 2003-2005. J med Screen 15 (2008) 9-13
  14. Strouse, J.J. u. Mitarb.: Hydroxyurea for sickle cell disease: A systematic review for efficacy and toxicity in children. Pediatrics 122 (2008) 1332-1342
  15. Thornburg, C.D. u. Mitarb.: A pilot study of hydroxyurea to prevent chronic organ damage in young children with sickle cell anemia. Pediatr Blood Cancer 52 (2009) 609-615
  16. Ware, R.E. u. Mitarb.: Prevention of secondary stroke and resolution of transfusional iron overload in children with sickle cell anemia using hydroxyurea and phlebotomy. J pediatr 145 (2004) 346-352


Verfahren zur Konsensfindung:

Erstellungsdatum:

01/1997

Letzte Überarbeitung:

08/2009

Nächste Überprüfung geplant:

2013


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Stand der letzten Aktualisierung: 08/2009
©: Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie
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HTML-Code aktualisiert: 11.09.2009; 13:11:57