AWMF online |
| Arbeitsgemeinschaft der
Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften |
| AWMF-Leitlinien-Register | Nr. 015/005 | Entwicklungsstufe: | 2 |
|---|
| Level Ia: | "Evidenz" aus der Metaanalyse von mehreren randomisiert-kontrollierten Studien |
| Level Ib: | "Evidenz" aus einer randomisiert-kontrollierten Studie mit sehr hoher Qualität |
| Level IIa: | "Evidenz" aus mindestens einer gut konzipierten kontrollierten Studie |
| Level IIb: | "Evidenz" aus mindestens einer gut konzipierten experimentellen Studie |
| Level III: | "Evidenz" aus gut konzipierten nicht experimentellen Studien, beschreibenden Untersuchungen, Korrelationsuntersuchungen und Fallstudien |
| Level IV: | "Evidenz" aus Expertengremienreports oder -meinungen und/oder klinische Erfahrungen anerkannter klinischer Experten auf diesem klinischen Fachgebiet |
| Grade von Empfehlungen | |
| Grad A: | Meist gemäß Level-I-"Evidenz" Eventuell entsprechend Level-II-"Evidenz", wenn dieser gross und einheitlich ist |
| Grad B: |
Meist gemäss Level-II- oder -III-Studien oder bei mehrheitlich übereinstimmenden Ergebnissen von randomisierten, kontrollierten Studien (randomized controlled trials = RCT) |
| Grad C: | Meist entsprechend Level-IV-"Evidenz"-Studien oder mehrheitliche übereinstimmende Ergebnisse von Level-2 oder -3-Studien oder Delphi-Prozess-generierte Expertenmeinung |
| Grad D: | Keine Empfehlung möglich bei inadäquaten oder widersprüchlichen Ergebnissen |
Somit ist die Belastungsinkontinenz durch einen inkompetenten (=insuffizienten) Verschlussmechanismus der Harnröhre bedingt.
Als Komponenten des Harnröhrenverschlusses gelten
Die Diagnose "Belastungsinkontinenz" stützt sich somit auf den positiven Nachweis von Harnverlust bei körperlicher Anstrengung (positiver Hustentest) sowie auf den urodynamischen Ausschluß von Harnverlust durch unwillkürliche Detrusorkontraktionen durch die Füllungszystometrie.
Die Quantifizierung der Symptome erfolgt durch ein
Die Bewertung des Leidensdruckes erfolgt durch
Der Pad Test wird zur Routineabklärung der weiblichen Harninkontinenz nicht empfohlen, kann aber gegebenenfalls zur Abklärung spezifischer Fragestellungen sinnvoll sein.
Empfehlungen zur Sonographie in der Urogynäkologie sind den entsprechenden Leitlinie zu entnehmen. Zum Einsatz kommen die Introitus- und / oder Perinealsonographie (siehe Handlungsempfehlung "Sonographie des unteren Harntrakts im Rahmen der urogynäkologischen Diagnostik" der AG Urogynäkologie und Beckenbodenrekonstruktion der DGGG).
Für die Röntgenuntersuchung ergeben sich Vorteile
Die Beurteilung der Hypermobilität von Blase und Harnröhre ist sowohl durch die laterale Zysto-Urethrographie, wie auch durch die Sonographie, meist als Perineal-Sonographie, möglich. Mit der Miktions-Zysto-Urethrographie lassen sich zusätzlich morphologische Veränderungen im Bereich der Harnröhre (z. B. Ballonierung, Harnröhrendivertikel, eine Fistelbildung, ein Quetschhahn-Phänomen unter Miktion oder auch ein Blasendivertikel) in ihrer Funktionalität einschätzen.´
Die Röntgenuntersuchung als Zysto-Urethrographie bzw. Miktions-Zysto-Urethrographie ist nicht indiziert als Primärdiagnostik einer unkomplizierten Belastungs-Inkontinenz (LOE 3, Grad der Empfehlung C, ICI 2004).
Im Einzelfall nützliche Untersuchungen sind:
Die Ziele der urodynamischen Untersuchung sind
Die urodynamische Belastungsinkontinenz wird während der Füllungszystometrie nachgewiesen. Sie ist definiert als unwillkürlicher Urinverlust während einer abdominalen Druckerhöhung (z.B. Hustenstoß) ohne Nachweis von Detrusorkontraktionen.
Das Urethradruckprofil in Ruhe und bei Belastung (Ruhe- bzw. Stressprofil) liefert Informationen über den Pathomechanismus der urethralen Verschlussinsuffizienz und dient dem Nachweis einer Harnröhrenhypotonie und einer verminderten Drucktransmission (Harnröhren-Hyporeaktivität).
Die Blasenentleerung muss vor einer operativen Therapie überprüft werden.
Der Valsalva Leak Point Pressure ist der intravesikale Druck, bei dem ein Harnverlust beobachtet wird. Das Verfahren ist bisher nicht ausreichend validiert und ersetzt die urodynamische Untersuchung nicht.
Eine Videourodynamik mit simultaner radiologischer Darstellung der Blase und Harnröhre in der Füllungs- und Entleerungsphase kann vor allem bei zusätzlicher Deszensusproblematik und bei Rezidivinkontinenz wichtige Hinweise über die Blasen- und Harnröhrenmorphologie bringen. Die Videourodynamik ist indiziert bei Verdacht auf neurogene Blasenstörung.
Vor operativer Therapie empfohlen:
Weitere, im Einzelfall nützliche Untersuchungen sind:
Empfehlungen zur Diagnostik können nur als Expertenmeinung mit einem "Evidenz"level 4 gegeben werden, da es keine prospektiv-randomisierten Studien gibt, die die Notwendigkeit bestimmter diagnostischer Maßnahmen belegen. (2,3,,4,5,6,7).
| Fazit Übergewicht ist ein unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung einer Belastungsinkontinenz. Eine Gewichtsreduktion kann zu einer Besserung der Symptome führen (LOE Ib, Empfehlungsgrad B/C) |
Ein Beckenbodentraining zur Therapie einer Belastungsinkontinenz ist einer Nicht-Behandlung überlegen. Nach einem Beckenbodentraining berichten Frauen im Vergleich zu Frauen ohne Training häufiger über eine Heilung oder Verbesserung der Inkontinenzsymptomatik; eine Reduktion der durchschnittlichen Anzahl der täglichen Inkontinenzepisoden ist nachweisbar. Die vorliegenden Daten deuten darauf hin, dass insbesondere jüngere Frauen (zwischen 40 und 60) mit reiner Belastungsinkontinenz am meisten von einem Training profitieren. Ein kontrolliertes (überwachtes) Beckenbodentraining ist einem Training ohne Überwachung wahrscheinlich überlegen. Die Rate subjektiver Heilung / Besserung liegt in den Studien zwischen 46 und 75%. Da das Nachuntersuchungsintervall in den meisten Studien kurz ist, ist der Langzeiteffekt eines Beckenbodentrainings unklar. Relevante Nebenwirkungen sind nicht bekannt (12,13, 14), 15).
| Fazit Vor einer operativen Therapie ist ein Beckenbodentraining im Rahmen konservativer Erstmaßnahmen zu empfehlen empfohlen (LOE Ia, Empfehlungsgrad A). |
Beckenbodentraining mit Biofeedback
Das Beckenbodentraining mit Biofeedback ist nach den vorliegenden Studien effektiv zur Behandlung einer Belastungsinkontinenz. Allerdings haben die Studien methodische Defizite, prospektiv randomisierte Studien fehlen. Nach den Empfehlungen der International Consulation of Incontinence 2005 ist eine Überlegenheit des Beckenbodentrainings mit Biofeedback im Vergleich zum Training ohne Biofeedback nicht belegt.
Elektrostimulationsbehandlung
Die Elektrostimulation des Beckenbodens mit nicht implantierten vaginalen oder analen Elektroden führt zu einer Reflexkontraktion des M. levator ani, der externen urethralen und analen Sphinkter, begleitet von einer Inhibition des Musculus detrusor vesicae. Die Kontraktion erfolgt passiv ohne das Zutun der Patientin. Mehrere Studien belegen, dass die Elektrostimulation zu einer Verbesserung der Wahrnehmung des Beckenbodens bei belastungsinkontinenten Frauen führt. Allerdings gibt es nach den Empfehlungen der ICI von 2005 keine Studien, die belegen, dass Elektrostimulation den Effekt eines Beckenbodenmuskeltrainings verbessert.
Vaginalkonen
Nach einem Cochrane Review liegen hierzu 16 Studien mit 1246 Frauen vor, von denen 566 Vaginalkonen erhielten (16). Aufgrund der kleinen Patientenzahlen und der unterschiedlichen, teilweise mangelhaften Qualität der jeweiligen Studien kann das Ergebnis der Analyse nur eine Tendenz sein. Das Training mit Vaginalkonen ist wahrscheinlich besser als keine aktive Therapie oder Plazebo.
Vibrationstherapie, hochenergetische Magnetfeldbehandlung
Zur Vibrationstherapie (z.B. Galileo oder Zeptor) und zur hochenergetischen Magnetfeldbehandlung (z.B. Neocontrol) liegen keine Studien vor.
| Fazit Über die Anwendung von Biofeedback, Elektrostimulation und Vaginalkonen im Rahmen der physiotherapeutischen Behandlung der Belastungsinkontinenz liegen keine ausreichenden Daten vor. Eine Empfehlung ist nicht möglich. |
| Fazit Duloxetin kann zur Behandlung der Belastungsinkontinenz eingesetzt werden (LOE Grad Ia). Gleichzeitiges BBM-Training hat einen positiv synergistischen Effekt. Erhebliche Nebenwirkungen schränken den Einsatz im klinischen Alltag allerdings ein. |
| Fazit Die begrenzte Datenlage zeigt mit eingeschränkter "Evidenz", dass intravaginale Hilfsmittel in der Behandlung von Stressinkontinenz bei Frauen hilfreich sein können. Ausreichende "Evidenz" für eine Überlegenheit dieser Therapieform gegenüber anderen konservativen Therapieformen liegt jedoch nicht vor. |
4.1.1. Offene Kolposuspension
Es gibt sechs prospektiv randomisierte Studien, die die Kolposuspension als Inkontinenzoperation beurteilen und 13 Beobachtungsstudien (23). Diese wurden von der International Consultation on Incontinence (ICI) wie folgt beurteilt:
In der Gesamtpopulation der Studien wurden 1788 Patientinnen mit Kolposuspension evaluiert, davon 311 in den prospektiv randomisierten Studien. Bei 1651 Patientinnen erfolgte die Kolposuspension als Primäroperation, bei 137 als Rezidiveingriff. Die mittlere Nachbeobachtungzeit betrug 29,7 Monate (drei Monate bis 15 Jahre). Die subjektiven Erfolgsraten lagen bei 78,4% (37 bis 96%) und die objektiven bei 85,5% (76 bis 94%).
Bei 6,6% der Patientinnen kam es postoperativ zu einer De-novo-Dranginkontinenz (1,9 bis 16,6%), bei 12,5% (6 bis 37,2%) kam es vorübergehend zu Blasenentleerungsstörungen und bei 3,5% persitierten diese.
Bei 22,1% (9,5 bis 38,2%) der Patientinnen kam es nach der Kolposuspension zu einem Deszensus, der aber meistens asymptomatisch war. Nur circa 5% der Patientinnen benötigen eine zweite Operation zur Behebung des Deszensus.
Ward et al. führten eine prospektiv randomisierte Studie zum Vergleich zwischen retropubischen TVT™ und der Kolposuspension durch. Basierend auf einer Intention-to-treat-Analyse waren 51% der Patientinnen mit Kolposuspension und 63% der Patientinnen mit TVT nach zwei Jahren objektiv kontinent (24).
| Fazit Die offene Kolposuspension ist die Inkontinenzoperation mit der höchsten Effektivität in der Langzeitbeobachtung in der Primär- und der Rezidivsituation (LOE Ia). Blasenentleerungsstörungen, Detrusorüberaktivität und Deszensus genitalis können als Folge der Kolposuspension auftreten (LOE I). |
4.1.2. Laparoskopische Kolposuspension
Es gibt fünf prospektiv randomisierte Studien, die die Wertigkeit der laparoskopischen Kolposuspension im Vergleich zum offenen Vorgehen untersuchen. In einer Cochrane-Analyse wurden vier dieser Studien bewertet (25). Die subjektive Heilungsrate war in beiden Gruppen gleich (85 bis 96% nach Laparoskopie, 85 bis 100% nach offenem Vorgehen) bei einer Nachbeobachtungszeit von sechs bis 18 Monaten. Die objektiven Erfolgsraten waren in der laparoskopischen Gruppe signifikant geringer.
Allerdings sind die vorliegenden Studien kritisch zu bewerten, weil teilweise beim offenen Vorgehen anderes Nahtmaterial und mehr Nähte als beim laparoskopischen Vorgehen verwendet wurden.
| Fazit Wegen der mangelhaften Datenlage ist eine Empfehlung zur laparoskopischen Kolposuspension nicht möglich. |
Die blasenhalsnahen Schlingen werden als autologe abdomino-vaginale Schlingen bezeichnet und die spannungsfreien vaginalen Schlingen Operationen in ihren Variationen als suburethrale Schlingen in Urethramitte.
Es gibt zahlreiche Variationen abdomino-vaginaler Schlingen, wobei in den meisten Studien Rektusfaszie oder Fascia lata verwendet wurden. Für die beiden Schlingen sind weder Unterschiede in den biologischen Eigenschaften noch in den Heilungs- bzw. Komplikationsraten dokumentiert. In Beobachtungstudien liegen die objektiven Erfolgraten im Mittel bei 87% (50 bis 100%) (26, 27, 28) bei einer Nachbeobachtungszeit von bis zu zehn Jahren (29, 30, 31). De-novo-Urgency und Blasenentleerungsstörungen werden in älteren Publikationen bei bis zu 33% der Patienten berichtet (32), in neueren Veröffentlichungen liegt die Rate zum Teil bei weniger als 10% (33). Als Indikation gelten eine kurze funktionelle Harnröhrenlänge und Rezidivinkontinenz nach anderen Inkontinenzoperationen. Eine spezielle Indikation ist die Versorgung von Harnröhrenarrosionen mit Urethra- Scheiden- Fisteln nach Implantation alloplastischer Bänder.
| Fazit Autologe Schlingen sind effektiv zur Behandlung der Belastungsinkontinenz (LOE III, Grade B). |
Es sind zahlreiche entsprechende Produkte auf dem Markt, die sich hinsichtlich Material, Zugangsweg und OP-Technik unterscheiden. Prinzipiell setzen die suburethralen Schlingenoperationen im Gegensatz zu den abdomino-vaginalen Verfahren und der Kolposuspension am mittleren Urethraabschnitt zur Wiederherstellung der Kontinenz an. Die Indikation für die Einlage einer suburethralen Schlinge ist die Belastungsinkontinenz ohne korrekturbedürfigen paravaginalen Defekt.
4.2.1. Retropubische Verfahren
Die TVT-Operation (TVT = tension-free vaginal tape) wurde unter diesem Namen von Ulmsten et al. etabliert. Nur für das TVT-Verfahren nach Ulmsten liegen Langzeitdaten über acht Jahre sowie Komplikationsregister, Daten über die Wirksamkeit bei hypotoner Urethra und Kosten-Nutzen-Analysen vor (34, 35, 36).
Die Erfolgsraten für die retropubische TVT-Einlage rangieren zwischen 84% und 95% (37, 38, 39). Im Langzeit-Follow-up werden Heilungsraten von 73 bis 81% nach fünf bis sechs Jahren gesehen. Die Ergebnisse sind für die Mischinkontinenz schlechter als für die reine Belastungsinkontinenz (40,41,42). Patientinnen mit Trichterbildung am Blasenhals vor der Operation haben niedrigere Heilungsraten als Patientinnen ohne Trichterbildung (43).
Bei den intraoperativen Komplikationen sind die Blasenperforationen mit 0,8 bis 21% am häufigsten (37, 38, 39, 44, 36, 45, 46). Das Risiko einer retropubischen Nachblutung liegt unter 1% (36). Einzelne schwere Komplikationen wie Darmverletzungen, Urethraverletzungen und Gefäßverletzungen mit schweren Nachblutungen sowie Todesfälle sind beschrieben (47, 36, 48, 45, 46).
4 bis 11% der Patientinnen haben postoperativ Blasenentleerungsstörungen, bei 1 bis 3% muss deshalb das Band suburethral durchtrennt werden (49, 50, 36, 45). De novo Drangsymtome werden bei 9 bis 33% beschrieben (51, 52, 53).
In den wenigen Arbeiten mit einem Follow-up über mehr als zwei Jahre sind die häufigste Spätkomplikation De-novo-Urgency und subjektive Miktionsprobleme, die in großen retrospektiven Analysen zwischen 12,8% und 16,6% angegeben werden (54). Während die Rate von perioperativ auftretendem permanentem Harnverhalt, der zu einer Bandrevision führt (Durchtrennung, Dehnung), zwischen 0,6 und 8% liegt (55, 46, 45, 56, 57, 24), werden Miktionssprobleme nach TVT in bis zu 60% berichtet (24). Bei 26% der Patientinnen ist ein Einfluss auf die Lebensqualität nachweisbar (58)
In wenigen Arbeiten sind objektive Daten mittels Uroflowmetrie berichtet worden, wo ein maximaler Uroflow unter 15 ml/s bei 52% der Frauen fünf Jahre nach TVT nachweisbar war (41). Patientinnen über 70 Jahre haben ein höheres Risiko für Miktionsprobleme (59).
Banderosionen sind als Spätkomplikation selten (unter 1%) (60). Allerdings sind Perforationen von Polypropylen-Bändern nach Jahren in die Blase (61) oder den Darm (62) berichtet worden.
4.2.1.1. Vergleich der offenen Kolposuspension mit der retropubischen TVT-Operation
Für die Kolposuspension liegen weiterhin mehr Daten für das Langzeit-Follow-up und für die Rezidivsituation vor.
Es gibt drei prospektiv randomisierte Studien, in denen die offene Kolposuspension nach Burch mit dem retropubischen TVT verglichen wird (24, 63, 64). In keiner dieser drei vorliegenden prospektiv randomisierten Studien lässt sich ein Unterschied in der subjektiven und objektiven Heilungsrate zeigen (24).
4.2.1.2. Vergleich der laparoskopischen Kolposuspension mit der retropubischen TVT-Operation
Drei randomisierte Studien vergleichen die laparoskopische Burch-Operation mit dem retropubischen TVT (65, 66, 67). In zwei der drei vorliegenden Studien unterschied sich Erfolgsrate nicht. In einer Studie fanden sich in der Kolposuspensionsgruppe mehr Versager. Die Operationszeiten waren in der Kolposuspensionsgruppe wesentlich länger. In einer Studie wurde nach vier bis acht Jahren eine Nachbefragung bei 74% der randomsierten Patientinnen (n=72) durchgeführt, dabei gaben 11% der Patientinnen nach laparoskopischer Kolposuspension und 8% der Patientinnen nach retropubischer TVT-Operation eine Belastungsinkontinenz an, die sie im Alltag als beeinträchtigend fanden (68).
4.2.2 Transobturatorische Verfahren
Im nachfolgenden Abschnitt werden die hier definierten Abkürzungen verwendet: TVT für retropubisch implantierte Bänder, TOT für transobturatisch von außen nach innen implantierte Bänder und TVT-O für das transobturatorisch von innen nach außen eingelegte Band. Der Grund für die Entwicklung der transobturatorischen Verfahren war, dass es bei der retropubischen Implantation zu Blasenverletzungen und zu Nachblutungen kommen kann. Die Erstbeschreibung kommt von Delorme et al. aus dem Jahr 2001 (69).
4.2.2.1 Vergleich TVT versus TOT-TVT-O
Es liegen mittlerweile elf randomisierte Studien bezüglich TVT/TOT oder TVT-Ovor; die von deTayrac publizierte Studie wurde wegen fehlender Zustimmung der Ethikkommission zurückgezogen (70, 71, 72, 73, 74, 75, 11, 76, 77, (8, 79). Zwei Metaanalysen liegen vor (80,81).
Die objektiven Erfolgsraten (zwei bis zwölf Monate) variieren zwischen 84% und 100% für das TVT und zwischen 86% und 98% für TVT-O und TOT. Blasenverletzungen und Blasenentleerungsstörungen treten nach TVT etwas häufiger auf (OR 0,12 [95% CI 0,05-0,33] und OR 0,55 [95% CI 0,31-0,98]). Allerdings finden sich nach TOT/TVT-O häufiger Schmerzen in der Hüfte und Leiste (OR 8,28 [95% CI 2,7-25,4] und Mesharrosionen [OR 1,96;(95% CI 0,87-4,39])
Anmerkung: Schmerzen in der Oberschenkelinnenseite und in der Leiste werden nach TVT-O (Technik innen-außen) häufiger beschrieben als nach TOT (Technik außen-innen).
Bei der Indikationsstellung zu einem retropubischen oder transobturatorischen Zugang sollte im Falle von Komplikationen auch die Machbarkeit einer operativen Revision berücksichtigt werden.
Nach Expertenmeinung (LOE 4) scheint eine Dyspareunie nach transobturatorischen Verfahren häufiger aufzutreten als nach retropubischem TVT. Als schwerwiegende Komplikation wurde in Fallberichten über ein nekrotisierende Fasziitis, Osteomyelitis, Osteonekrose nach TOT berichtet (82, 83).
| Fazit Die retropubische Implantation von TVT-Bändern ist genauso effektiv wie die Kolposuspension zur Behandlung der Belastungsinkontinenz (LOE I/II). Große Kohortenstudien und Langzeitbeobachtungsstudien über sieben Jahre beschreiben eine Heilungsrate von 81% und eine Besserungsrate von 94% für den retropubischen Zugang (LOE II). In Bezug auf Heilungs- und Besserungsraten sind die retropubische und die transobturatorische Vorgehensweise als gleichwertig zu betrachten (LOE I/II). Die zwei zugänglichen Metaanalysen (80,81) sehen derzeit nur wenige Anhaltspunkte für eine Überlegenheit der transobturatorischen verglichen mit der retropubischen Technik. Blasenverletzungen und Obstruktion scheinen beim transobturatorischen Vorgehen etwas seltener aufzutreten, Banderosionen und Schmerzen dagegen häufiger. Mehr randomisierte kontrollierte Studien mit längerer Nachbeobachtungszeit und methodisch einwandfreiem Studienprotokoll sowie ausreichender statistischer Power sind gefordert. |
Minischlingen
Die neuen Kurzschlingen können noch nicht beurteilt werden, es liegen keine Daten vor.
Nachjustierbare Schlingen
Es gibt mehrere Bandsysteme, bei denen die suburethrale Spannung kurzfristig oder auch nach mehreren Monaten und Jahren nachadjustiert werden kann. Zu keinem dieser Systeme liegen ausreichende Daten vor, die die Erfolgsraten und Komplikationsraten im Vergleich zu den nicht adjustierbaren Bändern beurteilen.
Auf Grund der fehlenden Langzeitdaten kann eine Empfehlung für eine Primärtherapie der Stressharninkontinenz durch Bulking Agents nicht ausgesprochen werden.
Bei hohem operativem Risiko und in der Rezidivsituation kann die Therapie mittels der Injektionstechniken eine therapeutische Option bieten. Ansprechraten nach ein bis zwei Jahren liegen zwischen 50 und 80%, langfristig liegen die Erfolgsraten aber deutlich niedriger, Reinjektionen sind häufig erforderlich. Folgende Nebenwirkungen wurden beobachtet: Fremdkörperreaktionen (Granulome), Allergie, Harnwegsinfekte, Hämaturie, Blasenentleerungsstörung (meist reversibel), Urgency (de novo), Arrosionen, Abszesse und paraurethrale Zystenbildung.
| Fazit Injektionstechniken haben eine schlechtere Langzeitergebnisse als andere Inkontinenzoperationen (LOE III und IV, Grad C). In Anbetracht der Datenlage sollte die Operation nicht bei Patientinnen angewendet werden, bei denen andere effektivere Operationsmethoden geeignet sind. Für Patientinnen mit extensiven Komorbiditäten oder Ablehnung einer anderen Operationsmethode kann die Injektionstherapie eine sinnvolle Option für eine Verbesserung der Symptome sein. |
| Fazit Die Stammzelltherapie ist bislang eine experimentelle Therapie, die nur innerhalb von klinischen Studien angewendet werden sollte. |
Bei einer manifesten Belastungsinkontinenz und einem Deszensus an der vorderen Scheidenwand sollte immer eine Korrektur des Deszensus erfolgen, und der Patientin sollte die gleichzeitige Korrektur der Inkontinenz angeboten werden (Expertenmeinung, LOE IV)
Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie bei larvierter Belastungsinkontinenz werden in der Leitlinie "Diagnostik und Therapie des Deszensus genitalis" gegeben.
Literaturverzeichnis Anhang
unter Mitarbeit von
Gynäkologie: Prof. C. Dr. Anthuber, Prof. Dr. med. W. Bader, Dr. I. Bogdanova, PD Dr. C. Dannecker, Dr. S. Keim, Dr. R. Lange, Dr. A. Maleika, D. Kölle (AUB Österreich), Dr. S. Kropshofer (AUB Österreich), Dr. C. Reisenauer, Dr. A. Szych
Urologie: S. Bross
AGUB: Arbeitsgemeinschaft für Urogynäkologie und Plastische Beckenbodenrekonstruktion in der DGGG - Deutsche Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie Vertreten durch: Th. Dimpfl, H. Kölbl, U. Peschers, E. Petri
Arbeitskreis Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau in der DGU- Deutsche Gesellschaft für Urologie Vertreten durch: H. Heidler, K. Höfner, H. Palmtag, D. Schultz- Lampel
AUB: Arbeitsgemeinschaft für Urogynäkologie und rekonstruktive Beckenbodenchirurgie, Österreich: K. Tamussino
Arbeitskreis Blasenfunktionsstörungen der Österreichischen Gesellschaft für Urologie Vertreten durch H. Heidler
AUG: Arbeitsgemeinschaft Urogynäkologie, Schweiz: A. Kuhn, G. Schär,
Einführung
Leitlinien als Instrument des Qualitätsmanagements in der Medizin sind wichtige Entscheidungshilfen für Ärzte und Patienten und werden auch von der Gesundheitspolitik gefordert. Die kontinuierliche Verbesserung der methodischen Qualität von Leitlinien ist daher ein wichtiges Ziel.
Deshalb wurde im Herbst 2006 von der DGGG beschlossen, die Leitlinie "Belastungsinkontinenz der Frau" als Leitlinie auf Stufe 2-Niveau und die Leitlinie "Deszensus genitalis der Frau - Diagnostik und Therapie" auf Stufe 3 (Anhang Tabelle 1) zu erstellen. Prof. Dr. Th. Dimpfl wurde als Leitlinien-Koordinator benannt.
Tabelle 1. Das Stufenschema der AWMF [1].
| Stufe 1 | durch eine Expertengruppe im informellen Konsens entwickelt |
| Stufe 2 | durch eine interdisziplinäre Expertengruppe mit formaler Konsensusfindung (nominaler Gruppenprozess, Delphimethode, formale Konsensuskonferenz) entwickelt |
| Stufe 3 | Leitlinie mit allen Elementen systematischer Entwicklung: Formale Konsensusfindung (s.o.), systematische Recherche und Bewertung der Literatur sowie Klassifizierung von Studien und Empfehlungen nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin, Klinische Algorithmen, Outcome-Analyse, Entscheidungsanalyse |
Zusammensetzung der Leitliniengruppe
Bei der Bildung der Leitliniengruppe wurde beachtet, repräsentative Vertreter aller für das Leitlinienthema relevanten Fachgruppen und der von der Leitlinie betroffenen Patienten aufzunehmen. Dazu wurden die unten aufgeführten Arbeitsgemeinschaften der DGU (Deutsche Gesellschaft für Urologie), der AUG (Arbeitsgemeinschaft Urogynäkologie, Schweiz) und des Arbeitskreises Blasenfunktionsstörungen der Österreichischen Gesellschaft für Urologie angesprochen mit der Bitte, offizielle Vertreter für die Erstellung der Leitlinie benennen. Dabei wurden Vorschläge vom Leitlinien-Koordinator gemacht. Den Gruppen stand es frei, diese anzunehmen oder eigene Personen zu benennen.
Die Leitlinien-Gruppe wurde damit wie folgt zusammengesetzt:
Tabelle 2. Leitlinien-Gruppe.
| Vertreter | Gruppe |
| Prof. Dr. Th. Dimpfl Prof. Dr. H. Kölbl PD U. Peschers Prof. Dr. E. Petri | Arbeitsgemeinschaft für Urogynäkologie und Plastische Beckenbodenrekonstruktion (AGUB) der DGGG |
| Prof. Dr. K. Höfner Prof. Dr. H. Palmtag Prof. Dr. D. Schultz-Lampel | Arbeitskreis Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau in der DGU- Deutsche Gesellschaft für Urologie |
| Prof. Dr. K. Tamussino | AUB: Arbeitsgemeinschaft für Urogynäkologie und rekonstruktive Beckenbodenchirurgie, Österreich |
| Prof. Dr. H. Heider | Arbeitskreis Blasenfunktionsstörungen der Österreichischen Gesellschaft für Urologie |
| Prof. Dr. G. Schär Dr. A. Kuhn | AUG: Arbeitsgemeinschaft Urogynäkologie, Schweiz |
Konsensusverfahren
Vorbereitung
Am 11.5.2007 fand in Kassel die erste Sitzung zu den beiden geplanten Leitlinien unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Th. Dimpfl statt. Als Grundlage der neuen Leitlinien sollten die Stufe-1-Leitlinien der DGGG aus dem Jahr 2003 dienen. Die Arbeitsgemeinschaften der DGU sowie der Österreichischen und Schweizer Gesellschaften sowie die AWMF sollten kontaktiert werden, um eine konstituierende Sitzung am 23. 5. 2007 in Frankfurt zu ermöglichen.
Tabelle 3. Teilnehmer der Sitzung am 11.5.2007 in Kassel.
Anthuber, C., Starnberg
Bader, W., Höxter
Baessler, K., Berlin
Bettin, S., Rüdersdorf
Bjelic-Radisic, V., Graz
Dimpfl, T., Kassel
Franz, B., Braunschweig
Hübner, M., Tübingen
Hußlein, E.-M., Regensburg
Jundt, K., München
Keim, S., Starnberg
Kociszewski, J., Hagen
Lange, R., Alzey
Leitsch, D., Mönchengladbach
Maleika, A., Heidelberg
Naumann, G., Mainz
Petri, E., Schwerin
Reisenauer, C., Tübingen
Rötger, J., Dortmund
Steigerwald, U., Mühlacker
Szych, A., Kassel
Theurer, W., Stuttgart
Turovets, M., Gießen
Viereck, V., Frauenfeld
Watermann, D., Freiburg
Am 23. 5. 2007 fand in Kassel unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Th. Dimpfl die konstituierende Sitzung der Leitlinienkommission statt. Die Leitlinienkommissions-Gruppen für die beiden Leitlinien wurde festgelegt wie in Tabelle 4 aufgeführt.
Die Inhalte wurden von einzelnen Vertretern der Fachgruppen im Vorfeld aktualisiert bzw. neu erarbeitet.
Tabelle 4. Arbeitsgruppe der Leitlinie "Belastungsinkontinenz".
| Teilnehmer | Gruppe |
| PD Dr U Peschers | Federführend Gynäkologie
|
| Prof. Dr. K. Höfner | Federführend Urologie |
| Prof. Dr. C. Anthuber | AGUB |
| Prof. Dr. med. W. Bader | AGUB |
| Dr. I. Bogdanova | AGUB |
| PD Dr. C. Dannecker | AGUB |
| Dr. S. Keim | AGUB |
| Dr. R. Lange | AGUB |
| Dr. A. Maleika | AGUB |
| D. Kölle | (AUB Österreich) |
| Dr. S. Kropshofer | (AUB Österreich) |
| Dr. C. Reisenauer | AGUB |
| Dr. A. Szych | AGUB |
| Dr. S. Bross | DGU |
Die Statements als Arbeitsgrundlage für das Konsensusverfahren wurden in Form eines Fließtexts von den verantwortlichen Bearbeitern erstellt. Die Kernaussagen repräsentieren in erster Linie die wesentlichen Entscheidungspunkte im logischen Fluss des Versorgungsprozesses, die durch die formale Erstellung klinischer Algorithmen identifiziert wurden, aber auch Maßnahmen, die als obsolet angesehen werden sowie Stellungnahmen zur Patientenaufklärung. Dieser erste Leitlinienentwurf wurde an die Leitliniengruppe versandt und lag als Tischvorlage bereit.
Tabelle 5. Teilnehmer der Sitzung am 23. 5. 2007 in Frankfurt.
| Vertreter | Gruppe |
| Prof. Dr. Th. Dimpfl Prof. Dr. H. Kölbl PD U. Peschers Prof. Dr. E. Petri | Arbeitsgemeinschaft für Urogynäkologie und Plastische Beckenbodenrekonstruktion (AGUB) der DGGG |
| Prof. Dr. K. Höfner Prof. Dr. H. Palmtag Prof. Dr. D. Schultz-Lampel | Arbeitskreis Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau in der DGU-Deutsche Gesellschaft für Urologie |
| Prof. Dr. K. Tamussino | AUB: Arbeitsgemeinschaft für Urogynäkologie und rekonstruktive Beckenbodenchirurgie, Österreich |
| Prof. Dr. H. Heidler | Arbeitskreis Blasenfunktionsstörungen der Österreichischen Gesellschaft für Urologie |
| Prof. Dr. G. Schär Dr. A. Kuhn | AUG: Arbeitsgemeinschaft Urogynäkologie, Schweiz |
Während der Diskussion konnte ein Großteil der strittigen Passagen des Leitlinientextes geklärt werden. Auch eine Vielzahl von redaktionellen Änderungen wurde einstimmig von der Leitlinien-Gruppe beschlossen.
Am 19. Oktober 2007 fand in Frankfurt unter Moderation von Prof. Dr. Th. Dimpfl der Abstimmungsprozess über die eingearbeiteten und neuen Kernaussagen der Leitlinie statt. Änderungen und Ergänzungen der Leitlinie auf Grund der Abstimmungsergebnisse wurden vorgenommen.
Tabelle 6. Teilnehmer der Sitzung am 19. 10. 2007.
| Vertreter | Gruppe |
| Prof. Dr. Th. Dimpfl Prof. Dr. H. Kölbl PD U. Peschers Prof. Dr. E. Petri | Arbeitsgemeinschaft für Urogynäkologie und Plastische Beckenbodenrekonstruktion (AGUB) der DGGG |
| Prof. Dr. K. Höfner Prof. Dr. H. Palmtag Prof. Dr. D. Schultz- Lampel | Arbeitskreis Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau in der DGU- Deutsche Gesellschaft für Urologie |
| Prof. Dr. K. Tamussino | AUB: Arbeitsgemeinschaft für Urogynäkologie und rekonstruktive Beckenbodenchirurgie, Österreich |
| Prof. Dr. H. Heidler | Arbeitskreis Blasenfunktionsstörungen der Österreichischen Gesellschaft für Urologie |
| Prof. Dr. G. Schär Dr. A. Kuhn | AUG: Arbeitsgemeinschaft Urogynäkologie, Schweiz |
Abschließende Konsentierung der Leitlinie durch die Leitliniengruppe am 1. 2. 2008
Änderungen und Ergänzungen der Leitlinie auf Grund der Abstimmungsergebnisse des Gruppenprozesses wurden von den federführend Verantwortlichen der Leitlinien vorgenommen. Diese überarbeitete Version wurde allen Mitgliedern der Leitlinien-Gruppe zugesandt mit der Bitte um kritische Beurteilung des Gesamttexts, konkrete Stellungnahme zu den Änderungen und Begründung durch Literaturverweis. Gemäss der Rückmeldungen wurde der Text erneut überarbeitet.
Tabelle 7. Teilnehmer der Sitzung am 1. 2. 2008.
| Vertreter | Gruppe |
| Prof. Dr. Th. Dimpfl Prof. Dr. H. Kölbl PD U. Peschers Prof. Dr. E. Petri | Arbeitsgemeinschaft für Urogynäkologie und Plastische Beckenbodenrekonstruktion (AGUB) der DGGG |
| Prof. Dr. K. Höfner Prof. Dr. H. Palmtag Prof. Dr. D. Schultz-Lampel | Arbeitskreis Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau in der DGU - Deutsche Gesellschaft für Urologie |
| Prof. Dr. K. Tamussino | AUB: Arbeitsgemeinschaft für Urogynäkologie und rekonstruktive Beckenbodenchirurgie, Österreich |
| Prof. Dr. H. Heidler | Arbeitskreis Blasenfunktionsstörungen der Österreichischen Gesellschaft für Urologie |
| Prof. Dr. G. Schär Dr. A. Kuhn | AUG: Arbeitsgemeinschaft Urogynäkologie, Schweiz |
"Evidenz" Leitlinie Belastungsinkontinenz
Der Entwicklungsprozess von konsensusbasierten Leitlinien (S2k-Leitlinien) sieht keine systematische Aufbereitung der "Evidenz", aber eine Diskussion und kritische Würdigung der Literatur durch die Mitglieder der Leitliniengruppe vor. Die Literatur, die im Leitlinienentwurf genannt und/oder während des Konsensusverfahrens aufgeführt oder diskutiert wird, muss daher der gesamten Leitliniengruppe bekannt sein. Daher wurde die Leitliniengruppe gebeten, zusammen mit dem Textentwurf auch zusätzliche relevante Literatur aus dem jeweiligen Fachgebiet zu sichten und für die Sitzung aufzubereiten.
Publikation
Die Freigabe zur Publikation erfolgte nach Verabschiedung der Leitlinie durch den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).
Redaktionelle Unabhängigkeit
Die DGGG hat für diese S2-Leitlinie keine finanziellen oder andere Unterstützung von kommerziellen Interessengruppen erhalten. Hinweise auf mögliche Verpflichtungen, Interessenkonflikte oder Einflussnahmen von Dritten sind nicht bekannt.
Aktualisierungsverfahren
Die Leitlinie ist bis Ende 2010 gültig.
Eine Überprüfung, Aktualisierung und Bekanntmachung wird jährlich von der DGGG in Zusammenarbeit mit dem Leitlinien-Koordinator durchgeführt.
Akkreditierung
Die Leitlinie wurde von folgenden Fachgesellschaften akkreditiert:
